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Vaterschaftsurlaubs-Initiative wird bedingt zurückgezogen

Heute hat das Initiativkomitee der Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» das Volksbegehren bedingt zurückgezogen. Sofern kein Referendum gegen den indirekten Gegenvorschlag zustande kommt, erhalten Väter künftig
2 Wochen Vaterschaftsurlaub.

Der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» hat ein wichtiges Ziel erreicht: Die Schweiz hat endlich einen Vaterschaftsurlaub. Der Weg dorthin war lang.

Ein langer Weg, ein kleiner Schritt
Nachdem das Parlament im April 2016 eine parlamentarische Initiative für einen 2-wöchigen Vaterschaftsurlaub abgeschmettert hatte, entschied eine zivilgesellschaftliche Allianz, die Vaterschaftsurlaubs-Initiative zu lancieren.
Mit Erfolg: Unter dem Dach des Vereins «Vaterschaftsurlaub jetzt!» konnten nur 1 Jahr später über 120’000 Unterschriften eingereicht werden. Nachdem der Bundesrat erst die Vaterschaftsurlaubs-Initiative ohne Gegenentwurf ablehnte, erarbeitete das Parlament einen Gegenentwurf für 2 Wochen Vaterschaftsurlaub.

Am vergangenen Freitag, 27. September 2019, hat es diesem Gegenentwurf definitiv zugestimmt. Der Bundesrat hingegen lehnt bis heute eine gesetzliche Lösung ab, die über einen Tag «Sonderurlaub» für frisch gebackene Väter hinausgeht. Er verkennt dadurch die neuen gesellschaftlichen Realitäten. Mit einem Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen wird diese gesellschaftliche Veränderung nicht mehr gänzlich ignoriert.

Fruchtbare gesellschaftliche Diskussion dank Initiative
Die Vaterschaftsurlaubs-Initiative hat damit eines ihrer Hauptziele erreicht. Darüber hinaus hat sie eine gesellschaftliche Diskussion über Väter- und Mütterzeit (Elternzeit), über Rollenverteilung und über Familienpolitik lanciert.

Wenn heute in Schweizer Leitmedien zu lesen ist, dass der Vaterschaftsurlaub «konservativ» und «rückständig» sei und endlich über eine Elternzeit diskutiert werden soll, dann hat dank der Vaterschaftsurlaubs-Initiative ein gesamtgesellschaftliches Umdenken stattgefunden.
Wer die Initiative als rückständig bezeichnet, vergisst allerdings, dass heute ein einziger Tag Vaterschaftsurlaub immer noch für viele Väter eine Realität ist.

Vaterschaftsurlaub dank der Initiative
Nur dank der Initiative war es dem Parlament möglich, seinen Fehlentscheid zu korrigieren und einen Vaterschaftsurlaub einzuführen. 2 Wochen Vaterschaftsurlaub sind ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung – so hat es der Verein auch immer benannt. Beim Abwägen verschiedener Optionen hat heute das Initiativkomitee per einfacher Mehrheit entschieden, die Initiative zugunsten des Gegenentwurfs zurückzuziehen.

Kommt kein Referendum zustande, so wird das Gesetz in Kraft treten. Das ist der schnellste Weg zu einem Vaterschaftsurlaub in der Schweiz. Das Initiativkomitee erwartet vom Bundesrat, dass er den Vaterschaftsurlaub ohne Verzögerung einführt. Wie beim Mutterschaftsurlaub muss dies auch beim Vaterschaftsurlaub innert neun Monaten, per 1. Juli 2020, möglich sein.

Elternzeit als nächster Schritt
Der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» macht mit der bedingten Rückzug der Initiative Platz für die Diskussion über eine weitergehende Elternzeit-Lösung. Aktuell werden verschiedene Projekte diskutiert, die alle eines gemeinsam haben: Eine reservierte Zeit für Mütter und eine für Väter.

Der Vaterschaftsurlaub ist also als ein kleiner, aber wichtiger erster Schritt in Richtung einer Familienpolitik zu sehen, die ihren Namen auch verdient. Die Schweiz wird ihn als letztes Land in Europa nun auch noch einführen.

Mehr Informationen:

Adrian Wüthrich, Präsident Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» und Präsident Travail.Suisse, Mobile: 079 287 04 93
Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» und Co-Präsidentin alliance F, Mobile: 079 778 85 71
Markus Theunert, Mitglied der Geschäftsleitung männer.ch, Mobile: 079 238 85 12
Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47

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